Welcome back Stefan van Kranen

2017-05-08

Redaktion: Hallo Stefan, herzlich Willkommen zurück. Schön, dass du wieder hier bist.  Ich möchte in einem kurzen Interview mit Dir über das vergangene Jahr in deiner Selbstständigkeit, über deinen Neuanfang/Widereinstieg bei der aretas und dein neues Projekt sprechen.

 

Redaktion: Du hast 2015 den Schritt in die Selbstständigkeit in einer für dich neuen und unbekannten Branche gewagt. Was waren damals deine Gründe?

SvK: Dazu  muss ich  ein wenig ausholen: Wir werden mittlerweile in fast allen Lebensbereichen mit den Auswirkungen der Digitalisierung konfrontiert. Da passieren wirklich tolle Dinge. Zum Beispiel kann ich mir heute im Internet einen virtuellen Assistenten bestellen, der für mich Hotelzimmer bucht, Recherchen im Internet durchführt oder andere einfache Arbeiten abnimmt, und das obwohl er sich in Costa Rica die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Das ist doch klasse, oder?

Gleichzeitig erleben wir  massive Veränderungen am Arbeitsmarkt. Immer mehr klassische Berufe werden in den nächsten Jahren einfach verschwinden. Im Gegensatz dazu werden neue Berufsbilder entstehen. Die Anforderungen an Arbeitnehmer werden immer komplexer.   Die Produktivität von Unternehmen entkoppelt sich immer mehr von der Arbeitsleistung der Menschen. Das heißt Unternehmen brauchen heute immer weniger Menschen um gleichbleibend produktiv zu bleiben.

In meinem Vorhaben ging es mir darum, Menschen zu ermöglichen qualitativ hochwertige Produkte zu konsumieren. Das tun sie aber nur, wenn sie über genügend Geld verfügen. Und dieses sollte in meinem Onlineshop über Weiterempfehlungen weitestgehend passiv verdient werden. Inspiriert aus dem Multi-Level-Marketing entwickelte ich ein Geschäftskonzept für einen Onlineshop, der seine Nutzer über ein Bonussystem am Umsatz beteiligt.

 

Redaktion: Und was geschah dann?

SvK: Ich sprach mit potentiellen Kunden, verschiedenen Herstellern und machte mich auf die Suche nach Partnern, mit denen ich diese Idee realisieren konnte. Wir starteten den Onlineshop Ende 2015, merkten aber schnell, dass sich trotz aller Begeisterung für das Konzept der tatsächliche Umsatz in Grenzen hielt. . Der Aufwand für den Betrieb war größer als erwartet und gleichzeitig wurden immer mehr Produkte  aus unserem Sortiment auch in Supermärkten angeboten. Schließlich haben wir uns entschieden das Projekt zu beenden und die wertvollen Erfahrungen mitzunehmen um vielleicht mit einem überarbeiteten Konzept nochmal etwas Neues zu starten.

 

Redaktion: Das klingt, als gäbe es schon konkretere Pläne, stimmt das?

SvK: Es gibt einige Ideen, die noch reifen dürfen. Dafür möchte ich mir jetzt auch die Zeit nehmen und erstmal ein bisschen Abstand gewinnen um die gesammelten Erfahrungen der letzten beiden Jahre zu verarbeiten.

 

Redaktion: Was waren die wichtigsten Erfahrungen?

SvK: Ich habe natürlich unheimlich viel über den Einzel- und Großhandel gelernt. Die Branche ist viel spannender, als man vermuten würde, denn auch hier  geschieht gerade sehr  viel aufgrund der zunehmenden Globalisierung und Digitalisierung.

Mitgenommen habe ich interessante Führungserfahrungen aufgrund der tollen Zusammenarbeit mit unseren Partnern und ich konnte in der Zeit sehr wertvolle Kontakte knüpfen, die witziger Weise auch dazu beigetragen haben, dass ich jetzt wieder in die Unternehmensberatung eingestiegen bin. Auch privat ist viel passiert.  Seit dem Frühjahr 2015 Vater einer wundervollen Tochter und habe natürlich auch viel Zeit mit meiner jungen Familie genießen und dabei viel über mich lernen können.

 

Redaktion: Warum hast du dich dazu entschlossen wieder in die Unternehmensberatung zurückzukehren?

SvK: Ich habe 2010 bei der aretas angefangen weil sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, das wollte ich auch. Unternehmen dabei unterstützen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich Mitarbeiter wohl fühlen und begeistert für ein großes Ganzes arbeiten. Aber ich habe erst in den letzten beiden Jahren wirklich verstanden, was das für mich bedeutete. Es reicht nicht, Mitarbeiter bei der Definition von Prozessen einzubeziehen. Es geht auch darum, gut funktionierende Teams zu formen und Verhaltensweisen zu etablieren, die den Teamgeist stärken und die Motivation im Team erhöhen. In den letzten  zwei Jahren habe ich selbst erlebt, wie sich das  Feuer der Begeisterung anfühlt. . Das möchte ich gerne weitergeben.

 

Redaktion: Der Kontakt zwischen der aretas und Dir ist nie abgebrochen! War es für dich klar, dass du irgendwann wieder zurück bist?

SvK: Ich habe mir das schon gewünscht, weil ich das Team sehr mag. Aber ich wusste lange nicht, wie wir inhaltlich wieder zusammenkommen könnten. Der Groß- und Einzelhandel ist ja nicht unbedingt das Kerngeschäft der aretas ;-). Umso mehr freue ich mich, dass wir jetzt auch thematisch wieder näher zusammenrücken.

 

Redaktion: Dein neues Projekt ist in der Finanzbranche! Wie sind deine Erwartungen und deine Ziele für diese Aufgabe?

SvK: Ich habe mich sehr über das Projekt in der Finanzbranche gefreut. Hier haben funktionierende Prozesse einen sehr hohen Stellenwert und das ganze Service Management wird sehr bewusst betrieben, nicht zuletzt aufgrund der regulatorischen Anforderungen von außen.

Ich erwarte daher, dass ich viele neue Erfahrungen in einem regulierten Umfeld sammeln kann, in dem Hochverfügbarkeit eine Grundvoraussetzung ist um am Markt zu bestehen. Mein Ziel ist es in erster Linie Ergebnisse abzuliefern, auf die ich persönlich stolz sein kann und die unseren Auftraggeber begeistern.

 

Redaktion: Vielen Dank für das angenehme Gespräch und viel Spaß im Projekt!